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Herzklappen-Operationen

Jeder Mensch hat vier Herzklappen. Sie bestehen aus feinen aber ungemein elastischen Bindegewebshäuten, die sich während eines einzigen Jahres bis zu 40 Millionen Mal öffnen und schließen. Der Funktionsweise sind Herzklappen vergleichbar mit Ventilen, denn Sie haben die lebenswichtige Aufgabe, den Aus- und Eintritt des Blutes in die Herzkammern zu regeln.

Ein Röntgenbild des Brustkorbes kann eine erste Methode sein, um Erkrankungen des Herzens festzustellen.

Bei den meisten Menschen funktionieren die Herzklappen einwandfrei oder zumindest so gut, dass sie keine Beschwerden verursachen. Nur jeder Einhundertste Menschen in Deutschland wird mit einem Herzfehler geboren. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Risiko, an einer Herzklappenschwäche mit wahrnehmbaren Symptomen zu erkranken. Dann ist es meist notwendig, eine operative Behandlung durchzuführen, um eine Verschlechterung der Klappenfunktion und Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Nachfolgend haben wir einige grundsätzliche Informationen über Herzklappen-Operationen für Sie zusammengestellt.

Herzklappenfehler treten in sehr unterschiedlichen Graden auf. Leichte und minimale Erkrankungen der Herzklappe bleiben meist unentdeckt, weil sie ihre Träger kaum oder gar nicht einschränken. Folgende Symptome könnten jedoch auf eine signifikante Schwäche einer oder mehrerer Herzklappen hinweisen:

  • Luftnot
  • Müdigkeit
  • Schwindel

Leicht- und mittelgradige Herzklappenfehler bleiben meist unbemerkt. Eine Behandlung ist dann auch selten notwendig oder sogar kontraindiziert. Mittel- oder hochgradige Herzklappenschwächen dagegen verschlimmern sich häufig mit zunehmendem Alter. Sie können eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität herbeiführen: Häufiger Schwindel und Atemnot, Leistungsschwäche und Müdigkeit bis hin zu Schlaganfall oder Herzversagen können die Folge sein, wenn die betroffene Klappe nicht rechtzeitig behandelt wird.

Anders als früher werden geschädigte Herzklappen heute nicht mehr so spät wie möglich, sondern so früh wie nötig durch einen Ersatz ausgetauscht. Grund dafür ist, dass Menschen in jüngerem Alter allgemein in einer besseren Verfassung sind, als zu einem späteren Zeitpunkt im Leben, sodass sie die Strapazen einer Operation besser verkraften. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Leber, Nieren und Lungen bisher keine Folgeschäden des Herzklappenfehlers erlitten haben. Eine rechtzeitige Behandlung kann dies sogar langfristig verhindern.

In der Herzchirurgie Huttrop stehen zwei Möglichkeiten des Herzklappenersatzes zur Verfügung: mechanische Herzklappen aus Metall/Kunststoff sowie biologische Herzklappen, die in der Regel aus Herzbeuteln von Rindern gefertigt werden. 

Biologische Herzklappen haben eine begrenzte Haltbarkeit und müssen zu gegebener Zeit ersetzt werden. Ihr Vorteil liegt aber darin, dass an ihnen das Blut nicht verklebt und der Patient deshalb keine gerinnungshemmenden Medikamente einnehmen muss. Biologische Herzklappen sind deshalb die Therapie der Wahl bei älteren Menschen oder bei Menschen, die nicht dauernd mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden dürfen. Die Richtlinien der internationalen Fachgesellschaften empfehlen Menschen ab 60 bis 65 Jahren eine biologische Herzklappe.

Bei mechanischen Herzklappen muss das Blut verdünnt werden, andernfalls würde durch die Anlagerung von Blutklümpchen die Gefahr eines Blutgerinnsels (Embolie) entstehen. Ihr Vorteil besteht jedoch in der meist unbegrenzten Haltbarkeit.


Herzklappenoperationen dauern etwa zwei bis drei Stunden und werden wie eine L:Bypass-Operation am nichtschlagenden Herzen durchgeführt. Dabei wird der Brustkorb längs geöffnet und das Herz für den notwendigen Zeitraum ruhiggestellt. Seine Funktion, das Blut durch Lunge und Körper zu pumpen übernimmt währenddessen eine Herz-Lungen-Maschine. Anschließend werden die Patienten für ein bis zwei Tage auf der Intensivstation überwacht.

Auf der Pflegestation dürfen Patienten bereits aufstehen und wenig später die ersten Gehversuche am Arm der Pflegekraft oder des/der Physiotherapeuten/-in unternehmen.

Eine weitere Möglichkeit der operativen Therapie ist der rekonstruktive, also der klappenerhaltende Eingriff, den wir am Herzzentrum Essen-Huttrop überwiegend durchführen. Hier wird die beschädigte Herzklappe anatomisch wiederhergestellt. Insbesondere bei Mitralklappen besteht in unserem Hause eine große Expertise. Derartige Operationen werden immer unter intraoperativer Ultraschallkontrolle durchgeführt, sodass das Operationsergebnis direkt im OP-Saal kontrolliert werden kann.

 Anja Fasel

Anja Fasel

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